Geburt

Ignatius wurde als Iñigo López de Loyola im Jahre 1491 geboren.

Es mag als eine Ironie der Geschichte empfunden werden, daß ausgerechnet diesem auf Präzision versessenen Orden das Geburtsdatum ihres Gründers abhanden gekommen ist.

Ignatius stammte aus altem baskischen Adel, dies prägte seinen Lebensstil nicht nur in den ersten 3 Jahrzehnten, sondern auch nach seiner Umkehr. Ignatius kam aus der mittelalterlichen Welt des Rittertums, wenn auch in einer Zeit lebend, als dieses bereits zu Ende ging.


Erziehung

Ignatius wurde höfisch erzogen. Als annähernd 15jähriger kam er nach Arévalo an den Hof des königlichen Großschatzmeisters Juan Velásquez de Cuellar, als 26jähriger trat er als Offizier in den Dienst des Herzogs von Nájera und Vizekönigs von Navarra Antonio de Manrique de Lara.

Zum höfischen Leben gehörten Freude am Spiel und Frauengeschichten, Erfahrung am Hofe, diese gab ihm aber auch Sicherheit im Umgang, ein gewisser Stil im Denken und Handeln, Weltläufigkeit.
Es wird später immer wieder seine Sicherheit im Umgang mit den Großen der Welt auffallen, mit dem Kaiser in Wien etwa oder im Falle Ingolstadt mit dem Herzog von Bayern und seinen hohen Beamten. Seine Erfahrung als Offizier mochte ihn in Taktik und Strategie geschult haben, die später in der Organisation des Ordens, in den weltumspannenden Planungen und der stets verfolgten kühlen strategischen Linie bis hin zum Befremden zutage treten.

Und nicht zu vergessen: 1492 wurde Amerika entdeckt.

Die Welt war mit Amerika, Indien, Japan und China nicht mehr die des europäischen Mittelalters, der Horizont wurde schlagartig weit, fremde Kontinente und Kulturen gerieten in den Blick. Gehörte der Ritter Iñigo López de Loyola noch dem späten Mittelalter an, so war er doch in den Horizont der Neuzeit hinein gestoßen, wie hellwach er diese Herausforderung annahm, sollte sich in seinen weltweiten Planungen zeigen.


Verwundung

Am 20.Mai 1521 wurde Ignatius zu Pamplona schwer verwundet.
Auf dem Krankenlager zur Nachdenklichkeit gezwungen, wurde er durch die Lektüre zweier Bücher zutiefst getroffen: der »Legenda aurea« des Jakobus de Voragine in kastilischer Übersetzung und der »Vita Jesu Christi« Ludolfs von Sachsen.
Die »Legenda aurea« erwies auch an ihm in ihren prallen und packenden Heiligenviten ihre bezwingende Macht, die Passion erlebte er an Hand der Meditationen des mittelalterlichen Theologen.
Der autobiographische »Bericht des Pilgers« macht deutlich, in welches Wechsel-bad ihn die Lektüre gestoßen hatte.
Heiligenviten, Passionsfrömmigkeit in mittelalterlicher Wucht und Innigkeit einerseits, mittelalterliches Rittertum andererseits fanden sich in Ignatius zur Einheit, wenn er in den Dienst Christi als des Königs zu treten beschloß.


Wandlung

Vom 21. bis 25. März weilte Ignatius auf dem Montserrat, 3 Tage dauerte seine Lebensbeichte.
Als Ritter trat er dort an, stand in Waffen eine Nacht lang vor dem Altar Unserer Lieben Frau Wache, als Bettler und Pilger verließ er es, nachdem er wie Franziskus seine Kleider verschenkt hatte.


Manresa

Es folgte das Jahr in Manresa 1522/23.
Hier wurde er zum bedingungslosen Büßer, zum radikalen Asketen, dem Askese nicht wie späteren jesuitischen Seelenführern dosierte Methode christlichen Vollkommenheitsstrebens war, sondern das absolute Grenzerlebnis menschlicher Existenz.
Manresa, das war weiterhin ein Jahr der Anfechtungen, der Skrupel und Trostlosigkeit bis hin zu Selbstmordgedanken, der Krankheit, aber auch mystischen Erlebens.
Vieles Spätere gründete in diesem »vortheologischen« Jahr in Manresa: Züge der Frömmigkeit wie das Erleben der Dreifaltigkeit, das Marianische, das Königtum Christi, die Rolle des Lichts in Vision und bildhafter Vergegenwärtigung und das Erlebnis beichtväterlicher Führung bis hin zur Urgestalt der Exerzitien.


Pilgerfahrt

Schon Manresa stand in der Perspektive der Pilgerfahrt nach Jerusalem 1523, wo er zu bleiben gedachte, erst unter Androhung der Exkommunikation verließ er das Heilige Land.
Gerade in deren Schilderung wird der »Bericht des Pilgers« anschaulich, geradezu anekdotenreich, auch wenn er karg bleibt, wenn wir wissen wollten, was ihn zuinnerst bewegt hatte.

Ignatius trat die Pilgerschaft als Bettler an.
Die Idee des bettelarmen, heimatlosen Pilgers, das Begreifen eines gotterfüllten Lebens als »peregrinatio« war wiederum mittelalterlich, ja frühmittelalterlich gewesen.
Daß sie nicht mehr in seinem Sinne realisierbar war, gehört ebenfalls zu den Lebenserfahrungen des Heiligen, der das Schicksal nach anfänglichem Aufbegehren auch hierin annahm.


Studium

Von Jerusalem zurückgekehrt, nahm er das Studium auf, 11 Jahre sollte er dann den Studien obliegen. Er wollte Theologie studieren, dies bedeutete für ihn auch das Erlernen des Lateinischen, aber auch Philosophie als Propaedeutik zur Theologie.
Der Spätberufene erlebte ab 1524 in Barcelona bewußter als jeder Schüler von klein auf, was Schulbildung abverlangte, aber auch gab; die Bemühungen um die ratio studiorum gründen in diesen ersten Studienjahren.
Noch in Barcelona fand er Gefährten, die er den Weg seiner Exerzitien führte.
Zugleich betrieb er Laienapostolat.
Daß Ignatius so spät des Lateinischen mächtig wurde, setzte ihn gegenüber den von Lateinschulen Kommenden in Nachteil, vielleicht lag hierin einer der Gründe dafür, daß er nicht mehr zum großen Stilisten erwuchs.


Inquisition

1526 ging er an der Universität in Alcalá das Studium der Philosophie an.
Und wieder gab er - noch ohne auch nur ein Semester Theologie gehört zu haben - Exerzitien und Katechismusuntericht, Ignatius erregte mit seinem Gefährten zum ersten Mal die Aufmerksamkeit der Inquisition, zwei weitere Verfahren einschließlich Gefängnis brachte das folgende Jahr, das Urteil vom 1. Juli 1527 untersagte ihnen jegliche apostolische Tätigkeit.

Ignatius wich daraufhin nach Salamanca aus, wo ihn die Inquisition wieder ins Gefängnis warf.
Nun wurden ihm zwar Christenlehre und religiöse Gespräche gestattet, aber für die nächsten Jahre Seelenführung im Sinne der Unterscheidung nach der Schwere der Sünden verboten.


Antwort

Und Ignatius wurde in seiner Antwort zum Vorläufer aller dem Index verfallenden Theologen, denen die Benennung angeblicher Irrtümer grundsätzlich versagt blieb, er selbst überlieferte im »Bericht des Pilgers« seine Antwort:
»Der Pilger (= Ignatius) erklärte, er werde alles ausführen, was das Urteil ihm befehle, aber er werde es nicht annehmen. Denn ohne daß auch nur die geringste Kleinigkeit wirklich verurteilt worden sei, verschließe man ihm den Mund, damit er nicht mehr seinen Mitmenschen zu Hilfe komme, soweit er dies vermöge.« (Der Bericht des Pilgers, S. 101, Nr. 70.)

Nach seiner Freilassung aus dem Gefängnis:
»Große Bedenken empfand er gegen einen weiteren Aufenthalt in Salamanca. Denn mit diesem Verbot, näher zu bestimmen, was Todsünde und was läßliche Sünde sei, schien ihm jedes Tor verschlossen, den Seelen noch wirklich nutzbringend helfen zu können. Daher beschloß er, zum Weiterstudium nach Paris zu gehen.« (S. 102, Nr. 71)


Paris

Nun - 1528 - bezog Ignatius die Universität in Paris, seine Freunde ließ er in Salamanca zurück, wo er 7 Jahre blieb.

Hier mußte er zunächst Bildungslücken in den Grundkenntnissen etwa des Lateinischen schließen, das Studium der Philosophie verlangte ihm Überwindung und Disziplin ab, 1533 wurde er Lizentiat, 1534 Magister, aus Iñigo López wurde der »Magister Ignatius«, als der er sich zeitlebens auch von seinen Gefährten anreden ließ.

Noch 1533 nahm er das Studium der Theologie auf.


Freunde

In Paris verbanden sich ihm ab 1526 sechs Freunde im Herrn:

  • der Savoyarde Peter Faber (Pierre Favre), ein Bauernsohn, der als erster der Freunde - 1534 - zum Priester geweiht wurde und für die Niederlassung in Ingolstadt eine Schlüsselrolle spielen sollte.
  • Franz Xaver (Franciso de Xavier y Jassu). Auch er war zunächst Stubengenosse des Ignatius, auch er entstammte altem baskischen Adel, zunächst war er alles andere als von Ignatius angetan. Franz Xaver wurde zum Wegbereiter und Fanal jesuitischer Weltmission.
  • Simon Rodrigues de Azevedo aus portugiesischem Adel.
  • Diego Lainez aus Altkastilien, dessen Urgroßvater noch Jude gewesen war, er sollte der Nachfolger des Ignatius als Ordensgeneral werden.
  • Alfonso Salmerón aus Toledo, der ein vorzüglicher Theologe wurde und gerade deshalb von Ignatius 1549 für Ingolstadt ausgewählt wurde.
  • Nicolás Bobadilla (Nicolás Alonso y Pérez) aus einem Dorfe bei Valencia.

Über diese 6 hinaus entstand ein weiterer Kreis aus Doktoren, Priestern und Laien, denen Ignatius ebenfalls Exerzitien gab - Ignatius als »Exerzitienmeister«, hierin ein Vorkämpfer der Laientheologen unserer Tage.


Gelübde

Der Kreis der 7 verfestigte sich, 1534 beschlossen sie, sich durch ein Gelübde der Armut, der Keuschheit und der Wallfahrt nach Jerusalem zu binden, sich nach der Rückkehr für das Heil der Nächsten bei Gläubigen wie Ungläubigen einzusetzen und sich dem Dienst der Sakramente der Buße und Eucharistie zu widmen.

Sollte der Plan Jerusalem scheitern, wollten sie nach Ablauf eines Jahres dem Papst ihre Dienste offerieren, bereit, auf sein Urteil hin das Evangelium Christi ohne jede Ausflucht auf dem ganzen Erdkreis zu verkünden: Ritter, die ihre Dienste einem ausersehenen Herrn anbieten, aber auch Zeitgenossen eines Jahrhunderts, dessen Blickkreis sich weltweit geöffnet hatte.

Am 15. August 1534 legten sie auf dem Montmartre die Gelübde der Armut und Ehelosigkeit sowie der Wallfahrt und der gegebenfalls eintretenden Unterstellung unter den Papst ab.


Priesterweihe

Zur Zeit seines krankheitsbedingten Aufenthalts mit anschließender Ruhe stießen weitere drei Freunde zu seinen Gefährten, unter ihnen der Savoyarde Claude Jay, auch er ein hochgebildeter Theologe, den Ignatius 1549 ebenfalls nach Ingolstadt senden sollte.
Am 8. Jan. 1537 trafen sich alle Gefährten in Venedig wieder mit Ignatius.
Am 24. Juni 1537 wurde Ignatius mit fünf Freunden in Venedig zum Priester geweiht.


Ordensgründung

Noch 1539 gab sich die Gemeinschaft den Namen der »Compañia de Jesús«, der Gesellschaft Jesu, am 27. September 1540 erfolgte die Approbation des Ordens durch den Papst für zunächst 60 Mitglieder, am 22. April 1541 legten Ignatius und seine Gefährten in St. Paul vor den Mauern in Rom die Profeßgelübde ab, nur zögernd willigte Ignatius in seine Wahl zum Ordensoberen ein.


Aufbau des Ordens

Die Wahl hatte den getroffen, der Führungseigenschaften wie kein anderer der Gefährten hatte.
In 15 Jahren baute er den Orden als weltweite Organisation auf als ein unvergleichlicher Stratege und Diplomat, aber auch als ein von Glut brennender homo religiosissimus, als papsttreuer Vasall und General, als ein Erneuerer der Kirche und als Wissenschaftsorganisator, der um die Bedeutung von Bildung und Wissenschaft wußte, ohne selbst als Wissenschaftler reüssieren zu wollen, ein Mystiker und Mann der Tat, dem es gelungen war, in allen Dingen Gott zu suchen und zu finden.

Ihm war es gelungen, den Dienst am konkreten Werk in Sachtreue und mystischer Frömmigkeit zu tun.
Ungezählte Jesuiten werden daraus die Sinnhaftigkeit ihres Tuns etwa als Lehrer in Schulen, Professoren der Physik, Mathematik und Astronomie erkennen lernen.


Vermächtnis

Sein Vermächtnis ist in einem Werk gewaltigen Umfangs niedergelegt.

Die wichtigsten Konkretionen finden sich in
den Exerzitien,
den Statuten
und Briefen und Instruktionen.


Exerzitien

Die Exerzitien waren im Kern noch in Manresa 1522/23 entstanden.
Als »Exercitia spiritualia« wurden sie zur hohen Schule jesuitischer Lebensführung. Nicht ohne Grund vermerken die Litterae annuae der Kollegien wie Ingolstadt jedes Jahr mit exakten Zahlen, wie viele jeweils an den Exerzitien teilnahmen.

Bei einer ersten Lektüre wirken sie knapp und spröde, der Text läßt stilistischen Glanz vermissen, Hans Urs von Balthasar versuchte in seiner Übersetzung, sich dem »Tonfall des Originals« anzunähern:
der »fast unnachahmlichen adeligen Strenge, Kürze und Unpersönlichkeit, deren die hinreißende Glut des Gehaltes notwendig bedarf, um sich darin sowohl zu verhüllen wie auszudrücken.«

Das vorangestellte Gebet »Seele Christi, heilige mich« ist in seiner Tiefe nur schwer auszuloten:
die Heiligung als Erwählung und Absonderung (»Seele Christi, heilige mich«), die Zerknirschung und Buße (»Leib Christi, rette mich«), die berauschende Glut (»Blut Christi, berausche mich«) usf.


Satzungen

Die Satzungen: 1541 erhielt Ignatius den offiziellen Auftrag ihrer Abfassung. 1550 beriet Ignatius in Rom den Entwurf mit seinen Gefährten, es folgte die Zeit ihrer Erprobung. Bis zu seinem Tod arbeitete der Heilige an ihnen. 1558 traten sie in Kraft und wurden in den Druck gegeben.

Der neue Orden sollte sich von den sonstigen unterscheiden:
zentralistische Führung,
Flexibilität,
Verzicht auf ein gemeinsames Chorgebet und eine verbindliche Ordenstracht,
Gliederung in Provinzen.

Wie radikal dieser neue Ordensstil auf die Zeitgenossen gewirkt haben mußte, erhellt aus der Reaktion des zweifelsohne bedeutenden Dominikanertheologen Melchior Cano, der in der Preisgabe des Chorgebets ein Werk des Antichristen gesehen hatte.


Bericht des Pilgers

Der »Bericht des Pilgers«, die 1521 einsetzende und schon 1538 endende Autobiographie.
Sie war auf Drängen der Gefährten, vor allem P. Nadals, entstanden.
P. Conçalves de Câmara hatte den mündlichen Bericht des Heiligen entgegen genommen und wohl auch partienweise ausformuliert.
Der Text war »Gründervita«, »Bekenntnis« und »Testament« zugleich und hatte begonnen, normierende Kraft für den jungen Orden zu entfalten.


Biographie

1567 wurde unter Francisco de Borja, dem 3. General des Jesuitenordens, eine umfassende Biographie des Ignatius bei Pedro de Ribadeneira, dem einstigen Lieblingsschüler des Ignatius, in Auftrag gegeben (1572 erschienen).
Gleichzeitig wurde begonnen, die vorhandenen Schriften über den Heiligen einzuziehen, ein Schicksal, das auch den »Bericht des Pilgers« traf.
Eine offizielle Biographie respective Vita sollte als Leitbild konstituiert werden. Es kann kein Zweifel daran bestehen, daß dies auf eine Überformung und Stilisierung des Ignatiusbildes hinauslief.
Es ging nicht nur das Militärisch-Asketische-Knappe verloren, sondern auch das Kantige, Provokative, auch bei aller Betonung des Gehorsams Unbotmäßige wie in der eigenmächtigen Ausübung der Seelsorge.


Weiterentwicklung des Ordens

Die Kassation des »Berichts des Pilgers« dürfte nicht zuletzt auch in der Perspektive der Weiterentwicklung des Ordens gestanden haben.
Josef Stierli sieht gewiß richtig, wenn er »um der geschichtlichen Ehrlichkeit willen« die Frage aufwirft, »ob nicht die Gesellschaft Jesu selber, etwa von den Generalaten eines Borja, Merkurian und Aquaviva an, die zentrale Rolle des
»Gott Suchen in allen Dingen« nicht mehr recht verstanden und an seine Stelle ein ständig wachsendes und uniformiertes Pensum obligatorischer geistlicher Übungen gesetzt hatte - im Widerspruch zu den Intentionen des Ignatius und der Satzungen.«

P. Nadal hatte als Visitator, der in die meisten europäischen Provinzen entsandt worden war, stets den »Bericht des Pilgers« bei sich, auch noch in den Jahren 1565-1566, aber auch er verlor schließlich alle Ämter im Orden, bei allem Lob von offizieller Seite.


Instruktionen und Briefe
Die Instruktionen und Briefe, an die siebentausend Stück.
In ihnen ist wiederum - trotz der Hilfestellung P. Polancos - die unverfälschte Stimme des heiligen Ignatius vernehmbar: oft knapp, immer präzise, stets in weltweiter Strategie denkend, aber auch - wie im Falle Ingolstadts - bis ins kleinste besorgt.

© Dr. Siegfried Hofmann. Die Jesuiten in Ingolstadt, 1991. – Bearbeitet von Kurt Scheuerer, Ingolstadt

 
Der Wandel des Ignatiusbildes

Auch wenn die exakte Analyse des Wandels des Ignatiusbildes noch aussteht, fällt schon auf den ersten Blick in dieser Ignatiusbiographie das Schönende auf, das in der 1590 in Ingolstadt erschienenen deutschen Übersetzung, der der stilistische Glanz des Ribadeneira'schen Werks abgeht, geradezu peinlich penetrant wirkt.

(»Historia von dem Leben vnd Wandel Ignatii Loiole, Anfengers vnd Stiffters der Religion, die Societet Jesv genannt: Erstlich von Petro Ribadenera in Spanischer Sprach beschriben, nachmals durch Johannem Jolitum inn die Welsche vnd ferrner in vnser hochteutsche Sprach versetzet«, Ingolstat 1590.)

Im 5. Buch z.B. machte sich dieser daran, »etliche sonderbare schöne Blümlein seiner fürtrefflichen Tugenden, deren vnser vil, die wir noch biß auff den heutigen Tag bey Leben an Ignatio wahrgenommen vnnd die in wahrer That erkennt vnnd erfahren haben, zusammen zu klauben vnnd gleichsam inn einem lieblichen vnd wolriechenden Mayenbüschlein beysammen zu setzen.«

Und der Verfasser läßt keinen Zweifel, daß er dies unternehme,
»damit ihr (gemeint sind die jesuitischen Mitbrüder) desto mehr Frucht vnd Nutz, auch Frewd vnnd Trost darauß schöpffen möcht, meines Erachtens lieb vnd angenemb seyn, wann ich in Erzehlung der Tugenden Ignatii der Ordnung nachgehe, welche er inn den Constitutionen, da er setzt vnnd fein ordenlich beschreibt, wie ein recht guter vnd allerdings tauglicher Generalobrister der Societet beschaffen soll seyn, gehalten hat.
Dann mich gentzlich bedunckt, er habe sich selbs, ohne daß ers gedacht hette, eigentlich abgemahlet vnnd sich vns als inn einer vollkommlichen Controfehung vnnd lebendigem Abriß hinderlassen.«

© Dr. Siegfried Hofmann, Ingolstadt, 1991. – Bearbeitet von Kurt Scheuerer, Ingolstadt


Literaturhinweise
    • Zur Biographie
  • Katalog: Die Jesuiten in Bayern
  • A. Ravier, SJ, Ignatius von Loyola gründet die Gesellschaft Jesu. Deutsche Bearbeitung von J. Stierli, SJ, Würzburg 1982
  • Tellechea, "Allein und zu Fuß". Eine Biographie. Aus dem Spanischen von G. Eickhoff, Zürich 1991
  • Stierli, SJ, Ignatius von Loyola. Auf der Suche nach dem Willen Gottes, Mainz 1990 (= Topos-Taschenbücher, Bd. 204)
  • Stierli, SJ, Ignatius von Loyola. Gott suchen in allen Dingen, München-Zürich 1987 (Texte christlicher Mystiker)
  • Monumenta Ignatiana. Series prima. Sancti Ignatii de Loyola Societatis Jesu Fundatoris Epistolae et Instructiones, Bde. I-X, Madrid 1903-1911.
  • Baier, Untersuchungen zu den Passionsbetrachtungen in der Vita Christi des Ludolf von Sachsen, Salzburg 1977.
  • Ignatius von Loyola, Der Bericht des Pilgers,
  • übersetzt und erläutert von B. Schneider, mit einem Vorwort von K. Rahner, Freiburg-Basel-Wien 1986.
  • A. Kraus, Der heilige Willibald von Eichstätt - Person, Zeit und Wert,
  • in: Hl. Willibald 787-1987, Katalog zur Ausstellung der Diözese Eichstätt zum 1200. Todestag ( 1. Juni bis 25. Oktober 1987), hg. v. B. Appel, E. Braun, S. Hofmann, Eichstätt 1987, S. 13-21;
  • A. E. Angenendt, Monachi Peregrini.
  • Studien zu Pirmin und den monastischen Vorstellungen des frühen Mittelalters, München 1972
  • Ignatius von Loyola, Die Exerzitien.
  • Übertragen von H. U. v. Balthasar, Einsiedeln 6 1979, S. 95.
  • H. U. von Balthasar, in: Die großen Ordensregeln, Einsiedeln 1974, S. 325-334.
  • "Historia von dem Leben vnd Wandel Ignatii Loiole, Anfengers vnd Stiffters der Religion, die Societet Jesv genannt: Erstlich von Petro Ribadenera in Spanischer Sprach beschriben, nachmals durch Johannem Jolitum inn die Welsche vnd ferrner in vnser hochteutsche Sprach versetzet", Ingolstadt 1590.

© Dr. Siegfried Hofmann, Ingolstadt, 1991. – Bearbeitet von Kurt Scheuerer, Ingolstadt




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